Der Hauch des Todes

Wie in einem James-Bond-Film verliert man doch recht schnell die Übersicht: wer heute noch in Marokko herumschnüffelt, ist morgen schon in Afghanistan - einmal nicht aufgepasst, verlieren sich die Zusammenhänge.

Inkompetenz und Gefahr

Masha Gessens Buch Autokratie überwinden erzeugt vor allem eins: Wut. In detaillierten und gut recherchierten Ausführungen macht Masha Gessen klar, dass Donald Trump sich von der Demokratie abgewandt hat und die autokratische Führung der USA übernommen hat. Von Tag eins an. Als Autokratie wird eine unkontrolliert politische Machtform bezeichnet. In vielen Einzelbeispielen führt Gessen an, wieso sie der Meinung ist, dass Trump genau so sein Land führt.

Die Verzichtkosten einer Existenz

Bücher, die den Fragen nach dem Sinn des Lebens nachgehen, gibt es zahlreiche. Auch das Antwortenspektrum auf diese Frage ist riesengroß und eine einzige richtige scheint es darauf nicht zu geben. In den Büchern wird dieser Frage mit Parabelgeschichten nachgegangen oder aber der*die Protagonist*in geht dem Ganzen ganz gezielt auf den Grund. Oft wird dann in Sinnbildern und Metaphern die Antwort erfahren. Sodass der*die Lesende selbst Erkenntnisse daraus ziehen kann, um so dann hoffentlich den Sinn des eigenen Lebens für sich zu verstehen.

Bruchstücke

Wann beginnt die Geschichte eines Menschen? Vielleicht mit seiner Geburt, mit seinen ersten Erinnerungen. Vielleicht auch schon davor, an dem Tag, als sich seine Eltern kennenlernen. Oder bei den Großeltern. Vielleicht beginnt sie an dem Tag, als jemand das Glück hat zu überleben. Oder sich entscheidet weiterzuleben. Und die Geschichte damit fortschreibt.

Leise Traurigkeit im großen Berlin

Der traurige Gast aus Matthias Nawrats gleichnamigen Roman ist die ganze Zeit da und doch verschwindet er fast völlig im Hintergrund. Er ist ein ruhiger und einfühlsamer Beobachter, der in klarer Sprache von seinen Begegnungen erzählt. Dabei treibt er durch ein Berlin, das sich ebenso von seiner ruhigeren Seite zeigt.

Die Wanderin im Nebelmeer

Anne Webers neustes, frisch mit dem Deutschen Buchpreis gekürtes Buch „Annette, ein Heldinnenepos“ geht der Frage nach, wie Heldinnengeschichten heute erzählt werden können und ob es das überhaupt noch gibt. Ein Gesang in Schriftform auf menschliche Versuche nach Idealen zu leben und auf das Scheitern – und gleichzeitig eine Reflexion über literarische Form und wie Vergangenheit und Gegenwart sich treffen können.

Verzweiflung und Hoffnung

Kinder verstehen die Gründe für Zorn oder Furcht nicht immer, doch das Gefühl können sie sehr gut einschätzen. Durch ihre Augen lassen sich viele Situationen sehr intuitiv miterleben. Auch wird Hilflosigkeit in manchen Situationen so noch einmal stärker betont. Abbas Khider erzählt in Palast der Miserablen von Shams und seiner Familie zur Zeit des Irak-Krieges. Der Roman wird aus Sicht von Shams erzählt, der zu Beginn noch ein Kind ist. Ein Roman, der zeigt, wie widersprüchlich das Leben während Kriegszeiten sein kann und wie wichtig Bücher besonders in solchen Zeiten sein können.

Fluide Entgrenzungen und strömende Erinnerungen

Sasha Marianna Salzmanns mehrfach ausgezeichneter Debütroman Außer sich sprengt alle möglichen Grenzen von Zeit, Raum, Sprache und somit auch Identität. Er vereint zahlreiche Diskurse der modernen Globalisierungsgesellschaft. Die persönliche Identitätssuche einer jungen Transperson verbindet sich dabei auf sprachgewaltige Weise mit einem Jahrhundert diasporischer jüdisch-sowjetischer Familiengeschichte.

Individualität oder Homogenisierung?

Wie verändert Sprache unser Bewusstsein? Die Art, wie wir denken und die Welt wahrnehmen? Direkt gefragt: Wie verändert Sprache unser Sein? Und wie verändern Worte Menschen? Kübra Gümüşay macht in ihrem Buch Sprache und Sein deutlich: Sprache verleiht uns Menschen eine Identität. Sie eröffnet neue Bedeutungshorizonte. Sie bietet uns Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Aber Sprache kategorisiert auch. Sie grenzt ab, spaltet die Gesellschaft, politisiert. Dies lässt sich an dem negativen Gebrauch von Sprache bei Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und vielen weiteren negativen Verwendungen feststellen. Sprache ist somit auch Macht. Und kann als ein Mittel von Diskriminierung missbraucht werden.