Buntesrepublik Deutschland

Florence Brokowski-Shekete, die erste schwarze Schulleiterin in der Geschichte Deutschlands, erweitert den Umfang ihres ersten Buches und liefert uns pointierte Beobachtungen zu Alltagsrassismus gegen schwarze Deutsche in Interviewform.

Neukölln, Sonnenallee, 1988.

Behzad Karim Khanis Debüt „Hund Wolf Schakal“ erzählt die Lebensgeschichte von Saam. Zwischen Straßenclans, Waffen und Gewalt legt der Roman den Blick auf innere und äußere Kämpfe frei.

Wenn Systemsprenger erwachsen werden

In Helene Bukowskis zweitem Roman „Die Kriegerin“ geht es um den Ausbruch aus dem Alltag und die Konfrontation mit den Geistern der Vergangenheit. Ein Roman, der an Nora Fingscheidts erfolgreichen Film „Systemsprenger“ erinnert, findet unser Rezensent.

Kaum O.S.T. in Knieper West

Hendrik Bolz schreibt in Nullerjahre über sein von Gewalt und Drogenkonsum geprägtes Aufwachsen in einem Stralsunder Plattenbauviertel. Ein schonungsloses autobiografisches Panorama über ein Milieu im Spannungsfeld zwischen Onkelz und Bushido, Skinhead-Look und Hip-Hop-Style, rechten Sprüchen und apolitischer Schweigsamkeit.

Gemeinsam allein?

“Alles wird zu viel, nur wir, wir werden immer weniger.” Das ‘zu viel’, das ist der Druck, dazuzugehören. Das ist, vor seiner Vergangenheit davon zu laufen und sich zu fragen, wo man eigentlich ankommen will. Das ist die Suche nach dem, was authentisch, was die eigene Wahrheit ist. 

Ein fantastisches Wimmelbild

Der Einband in Pergamentoptik, die goldenen Details und der Titel von Erik Fosnes Hansens neuem Roman Der rosa Hahn versprechen eine märchenhafte Welt. Und obwohl die Geschichte dem anfangs gerecht zu werden scheint, entsteht während der Lektüre der Eindruck, dass ein Wimmelbild als Cover passender gewesen wäre.

6 Zimmer, Küche, Staat

„Tausend Werst oder Meilen oder Kilometer östlich von Moskau ragt das Skelett einer Radarstation in den Nachthimmel, schwach beleuchtet von den Lampen der Glühbirnenfabrik, die immer brannten.“ Mit diesem Satz beginnt Katerina Poladjan die ersten Lichtstrahlen auf ihren Roman Zukunftsmusik zu werfen.

Willkommen im Matriarchat

Was passiert, wenn sich unsere bisherige Weltordnung umkehrt? Lebt es sich in einer matriarchalen Welt besser als in einer patriarchalen? Diesen Fragen und mehr geht Noemi Alderman in ihrem Roman Die Gabe nach.

Zwischen Fremdheit und Nähe

„Im Exil lebt Heimat nicht von selbst. Sie hat ein künstliches Herz, das jederzeit aufhören kann zu schlagen.“ So beschreibt Asal Dardan in Betrachtungen einer Barbarin das Exil, welches eins ihrer zentralen Themen in ihren zehn autobiographischen Essays einnimmt.

Kein Wunderland, aber real

Der Roman „Fang den Hasen“ von Lana Bastašić behandelt die Freundschaft zwischen Sara und Lela, die sich gegenseitig abstoßen, aber doch nicht voneinander los kommen. Ein letztes Band hält sie zusammen und führt sie quer durch Bosnien und ihre Erinnerungen.