Verzweiflung und Hoffnung

Kinder verstehen die Gründe für Zorn oder Furcht nicht immer, doch das Gefühl können sie sehr gut einschätzen. Durch ihre Augen lassen sich viele Situationen sehr intuitiv miterleben. Auch wird Hilflosigkeit in manchen Situationen so noch einmal stärker betont. Abbas Khider erzählt in Palast der Miserablen von Shams und seiner Familie zur Zeit des Irak-Krieges. Der Roman wird aus Sicht von Shams erzählt, der zu Beginn noch ein Kind ist. Ein Roman, der zeigt, wie widersprüchlich das Leben während Kriegszeiten sein kann und wie wichtig Bücher besonders in solchen Zeiten sein können.

Fluide Entgrenzungen und strömende Erinnerungen

Sasha Marianna Salzmanns mehrfach ausgezeichneter Debütroman Außer sich sprengt alle möglichen Grenzen von Zeit, Raum, Sprache und somit auch Identität. Er vereint zahlreiche Diskurse der modernen Globalisierungsgesellschaft. Die persönliche Identitätssuche einer jungen Transperson verbindet sich dabei auf sprachgewaltige Weise mit einem Jahrhundert diasporischer jüdisch-sowjetischer Familiengeschichte.

F wie Fußball. H wie Herkunft. S wie Sprache.

In drei Sprachen schreibt Saša Stanišić. Deutsch. Serbokroatisch. Englisch. Die serbokroatischen Texte werden nicht veröffentlicht. Die deutschen kommen in Bücher. Werden gedruckt. Und von der Öffentlichkeit gefeiert.

Ein Interview mit Saša Stanišić.

„In der Sprache zu Hause“

Sich nicht verbieten lassen zu sprechen, sich frei von Verboten ausdrücken. Aussprechen, was manche lieber verschwiegen hätten – das ist ihre Aufgabe. Irena Brežná liest aus ihren literarischen Reportagen vor, die sie in Wie ich auf die Welt kam festhält. Sie spricht über ihre Erfahrungen, die sie damals in der Tschechoslowakei und im westlichen Exil gemacht hat.

Die Kraft der Sprache nutzen

Im Kultursaal der Arbeitnehmerkammer haben sich an diesem Abend alle nur seinetwegen versammelt: Tomer Gardi. Der israelische Autor ist nach Bremen gekommen, um sein neues Buch Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück vorzustellen. Der Schriftsteller scheint sich auf der gemütlich eingerichteten Bühne in Wohnzimmer-Optik sichtlich wohl zu fühlen.

Transit

Die Rezension Ohne Inhalt Von JL Was assoziiert man mit dem Wort Transit? Durchreise? Aufenthalt an einem Ort, wo man … Mehr

Leben, Grenzen überschreiten und Gedichte

Grenzüberschreitend ist, auf einer Zeitachse in die Vergangenheit zurückzuschauen. Grenzüberschreitend ist es auch, wenn man einen kulturellen Transfer leistet. Beides vereint Lisel Mueller in ihren Gedichten. 1939 ist sie mit ihrer Familie aus Nazi-Deutschland in die USA geflohen, mit gerade mal 15 Jahren. 1953 beginnt Lisel Mueller durch den frühen Tod ihrer Mutter Gedichte zu schreiben.